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Curriculum Zertifikatsprogramm „Digitale Zahntechnik“

Zielgruppe

Das Curriculum „Digitale Zahntechnik“ spricht alle Stakeholder der Dentalbranche an, die an der Entwicklung und Implementierung eines zukunftsweisenden „digitalen Workflows“ in der Zahnmedizin beteiligt bzw. interessiert sind.

Dazu zählen in erster Linie Zahntechniker mit einer abgeschlossenen Ausbildung und appro­bierte Zahnärzte, deren Ziel es ist, sich selbst, ihr Praxislabor und/oder ihre Praxis fit für moderne digitale Arbeitsprozesse zu machen. Im Vordergrund steht dabei das gegenseitige Lernen im Rahmen eines aufgaben- und zielorientierten interdisziplinären Infor­mations-, Wissens- und Erfahrungsaustausch unter Anleitung ausgewiesener Experten.

In begründeten Ausnahmefällen können auf Antrag auch Zahntechnikerinnen und Zahn­tech­ni­ker, die sich noch in der Lehre befinden, zum Zertifikatsprogramm der DTMD Univer­sity zu­ge­lassen werden, wenn eine Empfehlung der Lehrpraxis bzw. des Lehrkrankenhauses vor­ge­legt werden kann. Über den Zulassungsantrag entscheidet die Prüfungskommission der DTMD University.

Umfang des Zertifikatsprogramms „Digitale Zahntechnik“

Das Zertifikatsprogramm „Digitale Zahntechnik“ umfasst 9 Module mit insgesamt 120 Unterrichtseinheiten (UEs) als Präsenzveranstaltungen. Das Programm ist gegliedert in

  • Ein kompaktes praxisorientiertes wissenschaftliches Propädeutikum von einer Woche (Montag bis Samstag, insgesamt 48 UEs). Das Propädeutikum findet am Sitz der DTMD im Schloss in Wiltz/Luxemburg statt.
  • 5 Wochenendveranstaltungen mit je 12 UEs (Freitag-Abend 18:00 bis 21:15 und Samstag 09:00 bis 12:15 Uhr und 13:15 bis 16:30 Uhr),
  • 1 Praxis-Exkursion

Prüfungsleistung

Die zu erbringende Prüfungsleistung setzt sich aus einer schriftlichen Klausurnote (70%) und einer Note für die Partizipation (30%) zusammen. Bei erfolgreichem Bestehen beider Lei­stungs­anforderungen erhält die Absolventin bzw. der Absolvent des DTMD Zertifikats­pro­gramms „Digitale Zahntechnik“ ein benotetes universitäres Zertifikat der DTMD. Die dort aus­gewiesenen ECTS-Credits, die nach dem für Europa einheitlichen ECTS-Standard (Euro­pean Credit Transfer and Accumulation System) vergeben werden, können auf universitäre Stu­diengänge und Zertifikatsprogramme der DTMD University angerechnet werden. Zudem ver­einfachen sie die Anerkennung bereits erbrachter Studienleistungen beim Wechsel des Studienorts.

Die Prüfung kann bei Nichtbestehen einmal wiederholt werden.

Anmeldung

Zum Zertifikatsprogramm „Digitale Zahntechnik“ der DTMD University in Luxemburg können Zahntechniker und approbierte Zahnärzte zugelassen werden. Über die Zulassung entschei­det die Prüfungskommission der DTMD. Die Anzahl der Studienplätze ist begrenzt.

Die Anmeldung erfolgt ausschließlich online über die Homepage der DTMD. Dem Zulas­sungs­antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  1. Ein vollständiger Ausdruck des Zulassungsantrags
    (PDF-Ausdruck der Online-Be­wer­bung) mit Datum und Unterschrift.
  2. Eine Kopie eines gültigen amtlichen Personalausweispapiers.
  3. Digitales Passbild in hoher Auflösung im Passfoto-Format.
  4. Eine amtlich beglaubigte Kopie der abgeschlossenen Ausbildung als Zahntechnikerin bzw. Zahntechniker oder der Approbationsurkunde.
  5. Für Dokumente, die nicht in deutscher, französischer oder englischer Sprache vor­lie­gen, muss eine Übersetzung eines vereidigten Übersetzers bzw. einer ver­ei­dig­ten Übersetzerin in deutscher, französischer oder englischer Sprache eingereicht werden.
  6. Nachweise über weitergehende Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch.
  7. Im Falle einer ausländischen Hochschulzugangsberechtigung außerhalb der EU die Anerkennung durch die zuständige Zeugnisanerkennungsstelle des Groß­her­zog­tums Luxemburg sowie das Origi­nalzeugnis in beglaubigter Form.

Bei erfolgreicher Anmeldung erhält die Kandidatin bzw. der Kandidat eine Zulassungs­bestäti­gung an die an den Anmeldungsunterlagen angegebene E-Mail-Adresse. Die Anmeldung zum Zertifikatskurs „Digitale Zahntechnik wird mit der Überweisung der Kursgebühren für beide Seiten verbindlich.

Kurs-Gebühren

Die Gebühren für den Zertifikatskurs „Digitale Zahntechnik“ betragen insgesamt € 4.500. Sie müssen mit der Anmeldung auf das Konto der DTMD bei der BCEE in Luxemburg eingezahlt werden. Der Überweisungsbeleg ist den Anmeldungsunterlagen beizufügen.

Für die Abschlussprüfung, die außerhalb der oben genannten Präsenzzeiten für die Lehrver­an­staltungen an einem Wochenende am Sitz der DTMD University im Schloss in Wiltz statt­findet, wird eine einmalige Prüfungsgebühr von € 300,- fällig. Der Überweisungsbeleg ist der Anmeldung zur Prüfung beizufügen. Eine nicht bestandene Prüfung kann einmal wiederholt werden.

Die Module des Zertifikatprogramms

Das Propädeutikum „Entrepreneurship im Digital Business“

Das Propädeutikum „Entrepreneurship im Digital Business“ umfasst zwei Teilmodule, einen sozialwissenschaftlich/juristischen Teil und einen informationstechnischen Teil.

Die Modulziele

Die Zahntechnik erlebt in den letzten Jahren einen gewaltigen Umschwung. Der Einsatz digitaler Kommunikations- und Fertigungstechnologien wird mehr und mehr zum Marken­zeichen des Zahntechniker-Handwerks ebenso wie des innovativen Zahnarztes, die sich zukunftsweisenden technologischen Chancen zur Verbesserung von Prozessen und Produkte offen zeigen.

Die Digitalisierung erfordert aber nicht nur eine größere technologische Kompetenz, sie .setzt auch eine zunehmend umfassendere unternehmerische Kompetenz voraus - im Hinblick auf zu treffende betriebswirtschaftliche Entscheidungen, auf sich verändernde Arbeitsinhalte und -abläufe und nicht zuletzt im Hinblick auf eine möglicherweise angestrebte Selbständigkeit als Un­ternehmer. In dem Modul „Entrepreneurship im Digital Business“ beschäftigen sich die Teilnehmer mit den ökonomischen und persönlichkeitsbezogenen Grundlagen des Entrepre­neurship und Intrapreneurship in einem stark informationell geprägten Umfeld. Ferner erwer­ben die Kursteilnehmer Wissen zur Gestaltung von Verträgen aus ihrer Arbeitswelt. Bespro­chen werden auch Eigentumsfragen etwa bei Implantaten oder Probleme der vertraglichen und deliktischen Haftung. Schließlich interessieren Wege der juristischen Streitbeilegung: Ist es klug, sofort vor Gericht zu klagen, oder ist es besser und vor allem intelligenter und effi­zien­ter vorher Einigungs- und Schiedsstellen anzurufen und/oder einen Mediator ein­zu­schalten?

Ziel des Propädeutikums ist es, die Teilnehmer zu befähigen

  • die grundlegenden ökonomischen Sachverhalte im Bereich der Unternehmensgründung, -steuerung und -professionalisierung zu verstehen und anzuwenden,
  • Businesspläne entwerfen und analysieren zu können,
  • die persönlichen Voraussetzungen eines erfolgreichen Entrepreneurs oder Intrapreneurs zu kennen und selbstständig am eigenen Profil weiterarbeiten zu können.
  • materiellrechtliche und prozessrechtliche Probleme zu erkennen, zu beschreiben, zu prüfen und in die vielfältigen Ansprüche und Verfahren einzuordnen,
  • fremde Verträge verstehen, diskutieren und eigene redigieren zu lernen,
  • den Produktions- und Differenzierungsfaktor „Information“ situationsbezogen professionell einzuschätzen und einzusetzen,
  • den PC als Effizienzwerkzeug zu nutzen.

Lehr- und Lernform

Seminaristischer Unterricht mit Vor- und Nachbereitung CP-Äquivalent nach ECTS: 5 inkl. Seminararbeit

Das Propädeutikum Kompaktsemniar „Entrepreneurship im Digital Business“

Modulinhalte

P1.1: Ökonomische Grundlagen des Entre-/Intrapreneurship (8 UEs)

  • Ökonomische Fragestellungen in der Zahntechnik
  • Unternehmensgründungen im digitalen Umfeld
  • Struktur und Inhalt eines Businessplans
  • Die ökonomische Bedeutung immaterieller Faktoren im Bereich der Zahntechnik und der Umgang damit

P1.2: Persönlichkeitsbezogene Aspekte des Entre-/Intrapreneurship (8 UEs)

  • Managementfunktionen und wirtschaftliche Aspekte in informationell geprägten Unternehmen
  • Persönlichkeitsfaktoren und ihre Bedeutung für die eigene erfolgreiche Arbeit
  • Ermittlung der eigenen Arbeitspräfenzen und des Managementstils im Rahmen einer Profilanalyse
  • Praxisprojekt zum Entre-/Intrapreneurship

P1.3: Rechtliche Grundlagen (8 UEs)

  • Überblick über Fragen und aktuelle Entwicklungen im Gesundheitsrecht,
  • Unternehmensgründung, -umwandlung und -beendigung – Veränderungen durch die Digitalisierung
  • Schutz von Informationen, Daten, Werken, (Arbeitnehmer-)Erfindungen sowie Persönlichkeitsrechten
  • Praktische Beispiele zu Vertragsgestaltung und Streitbeilegung (gerichtlich, außergerichtlich)

P2: Einführung in die Informatik für Zahntechniker:

P2.1 Einführung in das Customer Relationship Management (CRM) 8 UEs

Nach Abschluss des CRM Moduls sind die Teilnehmer in der Lage, sich in einem CRM System zurecht zu finden und mit diesem zu arbeiten. Des Weiteren sind sie in der Lage, Formulare und Reports auszuführen und nach ihren Vorstellungen anzupassen. Sie verstehen die Vorteile eines CRM Systems sowie die Möglichkeit, Effizienzgewinne und Kostenreduktionen durch Automatisierung zu erreichen.

  • Arbeiten mit einem CRM
    • Warum CRM
    • Verwalten von Entitäten
    • Email - Verwaltung
  • Anpassen von Formularen / Oberflächen / Reports
    • Hinzufügen/Editieren/Löschen von Feldern
    • Erstellen von neuen Entitäten
  • Automatisierungen
    • Workflows erstellen
    • Workflows verwalten

P2.2 Einführung in Content Management Systemen (CMS) für die Zahntechnik 8 UEs

Nach Abschluss des CMS Moduls verstehen die Teilnehmer den Unterschied zwischen verschiedenen CMS System, können deren Vor- und Nachteile einschätzen und deren Wichtigkeit in der heutigen Berufswelt bewerten. Sie können sich in einem CMS System zurechtfinden und kleinere Anpassungen vornehmen sowie die Firmenwebsite pflegen.

  • Arbeiten mit einem CMS
    • Dateiverwaltung
    • Versionisierung
    • Formulare
    • Blogsystem
    • Multilingual
    • Benutzerverwaltung
  • Anpassen eines CMS
    • Farbanpassungen
    • Basic CSS/HTML
    • Templates
    • Plug-Ins

P2.3 3D – Druck 8 UEs

Nach Abschluss des Moduls „3D-Druck“ sind die Teilnehmer in der Lage, den Aufbau eines 3D Models und einer Netztopographie sowie unterschiedliche Druckverfahren mit ihren Vor-und Nachteilen zu verstehen und praxisrelevante Szenarien einem Druck­ver­fahren zu zuordnen. Folgende Themen werden unter anderem behandelt:

  • 3D Modellierung
  • schichtweiser Aufbau dreidimensionaler Werkstücke,
  • physikalische und chemische Härtungs- oder Schmelzprozesse,
  • Vorteile und Grenzen alternativer Technologien,
  • Szenarien evaluieren und passende 3D Anwendung bestimmen.

Die Wochenendmodule

Modul M1 Wissenschaftliches Arbeiten in der digitalen Dentaltechnik (12 UEs)

Allgemeine Einführung mit Schwerpunkt Planung und Einsatz digitaler Technologien. Die Studierenden erfahren die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens mit einem starken Praxisbezug mit Blick auf die wichtigsten Kriterien der Evidence­based­Medicine. Sie lernen das Wissen an einfachen Beispielen anzuwenden und erlangen ein grundlegendes Ver­ständ­nis darüber, wie Fachliteratur und wissenschaftliche Studien auf dem Gebiet der digitalen dentalen Technologie zu bewerten und einzusetzen sind.

  • Einführung in die wissenschaftliche Recherche und Auswerten
    wissenschaftlicher Studien
  • Grundlagen der Statistik, Biometrie, Epidemiologie,
  • Grundlagen des digitalen Workflows in der Dentaltechnik
  • Qualitätsmanagement in der Dentaltechnik,
  • Fehlermanagement im digitalen Workflow,
  • Ethische Fragen und Zahnarzt­Zahntechniker­Patient­Beziehung,

Modul M2 Bildgebende Verfahren und digitales Datenmanagement in der Dentaltechnik (12 UEs)

Die Studierenden lernen verschiedene bildgebende und aufzeichnende Verfahren für die digitale Dentaltechnik und ihre typischen Einsatzgebiete kennen sowie deren diagnostischen und therapeutischen Nutzen einschätzen. Sie sind befähigt, die digitalen Datensätze zu interpretieren und in den Fertigungsprozess zu integrieren.

Darüber hinaus erlangen die Studierenden praxisorientierte Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit den verschiedenen technischen Geräten ebenso wie mit dem damit verbundenen Daten­mana­gement.

  • Zwei- und dreidimensional bildgebende Systeme und Datenformate,
  • Intraoralscanner, Gesichtsscanner und elektronische Aufzeichnungsverfahren,
  • Datenmanagement und Übermittlungsverfahren in Echtzeit,
  • Datenkonsistenz und Datenqualität,
  • Simulation von Konstruktionen anhand der Finite Elemente Methode FEM,
  • Mensch-Maschine-Schnittstellen.

Modul M3 Funktion und Struktur des Kausystems (12 UEs)

Die Studierenden vertiefen ihr Wissen über die anatomischen, knöchernen und muskulären Strukturen des Gesichtsschädels. Befassen sich mit der oralen Physiologie (Sensorik, Spra­che, Speichel, Ernährung, Alterung) und pathologischen Veränderungen orofazialer Struk­turen. Sie erarbeiten sich umfassendere Kenntnisse über die biomechanischen Zusam­men­hänge zwischen Ober- und Unterkiefer und können dieses Wissen in die Funktions­analyse sowie in den digitalen Workflow einfließen lassen.

  • Anatomie des Zahnes und des parodontalen Gewebes,
  • Anatomie des Kauorgans, Funktion und Okklusion,
  • Grundlagen manueller und computergestützter Funktions- und Strukturanalyse,
  • Innovationen in der Implantat-Technik,

Modul M4 Grundlagen der zahnmedizinischen Prothetik (12 UEs)

Die Studierenden erlangen ein grundlegendes Verständnis für Einzelfaktoren sowie über­geord­nete Zusammenhänge von Zahnverlusten, klinischen Strategien und Sanie­rungs­kon­zepten. Sie erarbeiten sich die zahntechnisch-spezifische Beratungs­kompetenz in der Um­set­zung klinischer Strategien und können die dazu notwendigen, zahntechnischen Ent­schei­dungsprozesse und Verfahrenswege vermitteln. Dazu erwerben sie profunde Kompetenzen über verfahrenstechnische Möglichkeiten und Grenzen des digitalen Prozesses.

  • Festsitzende und abnehmbare Prothetik,
  • Planung und Fertigung oraler Rehabilitationen,
  • Prothetische Versorgung – gesundheitsökonomische Aspekte und Wirtschaftlichkeit
  • Kostenrelevante Entscheidungsparameter der Material- und Verfahrensauswahl
  • Scannen mit den aktuellen Scannern der Industrie

Modul M5 CAD-Systeme und digitale Fertigungstechniken (12 UEs)

Die Studierenden lernen Indikationsoptionen bewerten und patientenspezifisch mit geeigneten CAD-Tools umsetzen. Dabei können sie Rückschlüsse für deren Implementierung und Integration in den digitalen Workflow ziehen.

Sie können die verschiedenen CAD-Systeme in ihrem technischen Aufbau bewerten und differenzieren. Die verfahrenstechnischen und werkstofflichen Verarbeitungsoptionen sind den Teilnehmern in ihren Möglichkeiten und Limitationen geläufig und können von ihnen fallspezifisch angewendet werden.

  • Möglichkeiten und Grenzen verschiedener CAD-Systeme,
  • Optionen und Grenzen virtueller Artikulatoren,
  • Prothetische und implantatprothetische Planungssoftware,
  • additive und subtraktive Fertigung (Rapid Prototyping, Stereolithographie, 3D-Printing, selektives Lasermelting, Frästechnologien.)
  • Werkstoffe und Verarbeitungsparameter (Wachse, Provisorienkunststoffe, Hochleistungspolymere, Keramiken, Metalle, Hybridwerkstoffe.
  • Biokompatibilität, Materialabstimmung und Möglichkeiten der Werkstoffprüfung,
  • Materialeigenschaften (Prüfverfahren, Stabilitätswerte, Verbundfestigkeiten).

Termine

Olaf van Iperen

Olaf van Iperen

Leiter des zahntechnischen Praktikums
Lehrbeauftragter im Curriculum Digitale Zahntechnik

Anstehende Veranstaltungen
  1. DGLO Symposium Luxemburg

    12/01/2018 - 13/01/2018